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Einblick in das Studio von Bettina La Castaño

Einblick in das Studio von Bettina La Castano


 

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Reisebericht über einen Workshop bei

Bettina La Castaño in Sevilla

Bettina La Castano

"Flamenco in Spanien zu lernen, das wär' was!" Dies sagen sich viele Hobbytänzer, aber verwerfen sofort die Idee wieder, weil sie sich schlicht nicht trauen ins Ursprungsland des Flamencos zu reisen.

Die Gründe dafür sind unzählig: Genügt das eigene Können für die strengen spanischen Schulen? Macht man sich da nicht lächerlich? Man fürchtet, dass man nichts verstehen wird, weil man nicht Spanisch spricht. Man hat Angst davor, alleine zu reisen. Wie findet man die passende Schule/Lehrer? Die Liste lässt sich beliebig erweitern und so begnügen sich viele damit, jahrelang beim gleichen TanzlehrerIn ihre wöchentliche Stunde zu absolvieren, und wundern sich, dass bald einmal die Freude, die Kreativität und die eigene Entwicklung auf der Strecke bleiben.

Wir haben uns die Not zur Tugend gemacht, und so soll auch unser folgender Reisebericht all jenen Mut machen, die sich bis anhin noch nicht getraut haben, einen Kurs in Spanien zu besuchen!

Aber wie sind wir darauf gekommen ausgerechnet bei Bettina La Castaño einen Kurs zu besuchen?
Im Oktober 2000 stand ein Wochenendworkshop in Zürich bei der in Sevilla lebenden Schweizerin Bettina an. Ihr Tanzstil und ihre Methode, die Technik zu vermitteln, sowie ihre freundliche und geduldige Art, hatten uns sofort begeistert. Zu unserem Glück hatte sie für Ostern einen Workshop in Sevilla geplant und als wir in unserem Studio in Basel ihren Flyer auslegten, ging ein allgemeines Seufzen durch die Schule ... das wär doch was für uns! Erst wollten nur zwei, höchstens drei hingehen, aber eines ergab das andere, viele fühlten sich durch die Gruppendynamik ermutigt, und so waren wir plötzlich 8 Frauen und zwei Männer, die zum Kurs wollten. Die Niveaus waren zwar recht verschieden, einige tanzten erst seit 2 Jahren, andere bereits 10, aber man war sich einig, dass man es zusammen schaffen konnte. Also reisten am Karfreitag 5 Spanier, 1 Italienerin, 3 Schweizerinnen, ein Franzose und nicht zu vergessen, ein Ehemann mit Kind und Baby nach Sevilla.

Unbeschreiblich das Gefühl, wenn man von nasskalten 5 °C zu sonnigen 28°C wechselt! Sevilla an Ostern heisst Jasminduft, Orangenbäume, Weihrauch und Prozessionen. Die Prozessionszüge mit den "penitencieros" in ihren Kutten und Spitzhüten, den "costaleros", welche die Bildnisse der Osterpassion durch die Gassen tragen und den allesamt herausgeputzten Sevillanos: ein einzigartiges Erlebnis! Für uns war es ein sehr emotionaler Augenblick, als wir gleich beim ersten Prozessionszug, den wir sehen konnten, auch eine "saeta" hören durften, die uns allen eine Gänsehaut brachte. Wir hatten bis zum Sonntag Zeit, nachts und tagsüber verschiedene Prozessionen mitzuerleben bevor am Montag der Workshop anfangen sollte.

Zusammen mit ungefähr 10 aus Deutschland, Schweiz und Österreich kommenden Frauen waren wir täglich 3 1/2 Stunden in Bettinas Studio in der Calle Quintana 8:
2 Stunden Gymnastik, Stretching, Fusstechnik, Arme, Hände, Haltung, Drehungen (die "quebradas" waren besonders beliebt ...) und 90 Minuten Choreographie zu Guajira mit Fächer. El Espina zauberte wunderschöne Melodien auf die Saiten seiner Gitarre und Isabels Stimme liess uns schlichtweg erschauern. Und so etwa erlebten wir die folgenden Tage:

Tag 1: Montag
In den heutigen Stunden haben wir erstmals die anderen Kursteilnehmerinnen gesehen und unser eigenes tänzerisches Niveau geprüft. Unsere 10er Gruppe wurde getrennt, drei von uns sind nun in einer leichteren Gruppe, vier andere denken, dass sie leicht überfordert sind und würden morgen auch lieber wechseln. Bettina ermutigt sie lieber in der Gruppe zu bleiben, die mehr fordert. Trotzdem sind viele von uns am Ende des Kurses müde und leicht frustriert! Als wir zusammen darüber reden, merken wir, dass sich die meisten einfach nicht trauen nachzufragen, wenn sie einen Schritt nicht verstehen ... wir geloben feierlich, uns zu bessern!

Tag 2: Dienstag
Die vier, die gestern noch wechseln wollten, sind in der Gruppe geblieben und tatsächlich fragen alle nach, wenn sie etwas nicht gleich verstehen oder sagen es, wenn der Schritt noch zu schnell geht. Am Ende der Lektion fühlen sich alle viel besser, da alles schon leichter geht! Wir arbeiten an Isolationen der Schultern und des Beckens, wir üben verschiedene Arten von Drehungen und Bettina zeigt uns die Bewegungen so, dass wir ein Bewusstsein für die einzelnen Abläufe bekommen. Wir tanzen erstmals mit Fächer und Lacher sind natürlich vorprogrammiert ... warum fallen Fächer immer im ungünstigsten Moment aus der Hand? Murphy’s law!

Abends besuchen wir den Tablao "Los Gallos" an der Plaza de Santa Cruz. Was diese Tänzer leisten ist unglaublich: Alegrías mit Bata de Cola und Mantón, Caña, Guajiras mit Fächer, Tarantos, Siguiriya mit Bata de Cola und Palillos und ein Fin de Fiesta. Es ist wirklich ein qualitativ hoch stehendes Programm, obwohl die Tänzer zwei Mal pro Abend tanzen, 6 Tage / Woche und pro Abend ca. 3000 Ptas (30 DM) verdienen! Diesen Tablao können wir wirklich empfehlen, ganz im Gegensatz zu "El patio sevillano", der mit dem typischen Touristenprogramm aufwartet, d.h. Schautafeln künden den aktuellen Programmteil an, wie z.B. einem Carmen-Verschnitt mit der klassischen Nelke im Mund, ab und zu Flamenco, gefolgt von weiteren lieblosen Choreographien zu span. klassischer Musik. An Fin de Fiesta kann man an deutlichsten sehen, dass die Tänzer wirklich tanzen können und wollen, aber wohl nicht dürfen.

Tag 3: Mittwoch
Einige von uns tanzen noch nicht so lange und haben zum Teil noch nie einen Workshop besucht. Die anfängliche Befürchtung, dass sie nicht mithalten können ist wie weggeblasen, da wir auch nach dem Kurs in unserer Wohnung die Schritte zusammen durchgehen. Niemand schämt sich mehr. Es entsteht ein grosses Zusammengehörigkeitsgefühl, was sich auch dadurch erklären lässt, dass wir uns untereinander gut verstehen, dabei kannten wir uns vorher nur vom Tanzunterricht!

Tag 4: Donnerstag
Die Atmosphäre ist locker, obwohl alle sehr konzentriert an sich arbeiten. Unsere Guajira nimmt Formen an: salida, falseta, copla, zapateado. Wo wir auch immer sind, singen wir uns gegenseitig (leider ziemlich falsch) die Copla vor.

Tag 5: Freitag
Heute haben wir die Guajira beinahe beendet. Wir sind weiterhin begeistert, da sich so etwas wie eine Routine im positiven Sinne eingespielt hat. Wir wissen jetzt, wie Bettina arbeitet, die Übungen und der Tanz sind vertraut.

In der "Carboneria", ein Flamencolokal für "aficionados" erleben wir Flamenco ohne Schnörkel. Es war nicht eine perfekte Show, aber was geboten wurde, kam von Herzen. Unser persönliches Highlight war wohl, dass wir sogar auf dem kleinen Tablao eine Sevillana tanzen durften.

Tag 6: Samstag
Heute ist leider der letzte Tag des Workshops. Wir arbeiten noch intensiv am Zapateado und geniessen jeden Moment, an dem wir die Choreographie durchtanzen können!

In "El Rinconcillo de Sevilla", der ältesten Tapas-Bar von Sevilla haben wir zufällig eine ehemalige Schülerin und immer noch liebe Freundin getroffen, die bereits seit Oktober 2000 in der Fundación Christina Heeren tanzt. Die Schule ist für unsere Verhältnisse nicht teuer und hat den Vorteil, dass man sich die Dozenten in Tanz, Gesang, Palma oder Gitarre nicht erst zusammensuchen muss. Wer also genug Zeit und Geld zur Verfügung hat, ist dort sicherlich in guten Händen. Von dort aus kann er sich auch durch Mund zu Mund Werbung weitere Privatdozenten suchen. Natürlich gibt es in Spanien sehr viele Lehrer, die sehr gute Kurse bieten, es ist aber nicht leicht, das für sich richtige Angebot auszusuchen. Wer also noch nicht so erfahren und mutig ist, kann es uns gleichtun, d.h. erst im eigenen Land einen Workshop machen und dann die Lehrerin / Lehrer in Spanien besuchen. In der grössten europäischen Flamencozeitschrift ¡Anda! findet ihr genügend Adressen von spanischen und/oder nicht spanischen Dozenten. Es hilft übrigens sehr, mit jemandem zusammen zu reisen und zu lernen, es muss ja nicht gleich in einer solch grossen Gruppe sein, wie es unsere war.

Jetzt sind wir wieder zu Hause, aber die Energie und die Motivation von diesem Intensivworkshop haben wir immer noch. Viele der gelernten Übungen integrieren wir nun in unserem Training.

Und eines ist klar: es hat Spass gemacht, wir haben viel gelernt und spätestens nächstes Jahr tun wir es wieder! Atrevete!


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Die Schönheiten Sevillas bringen selbst nüchterne Naturen ins Schwärmen
ALMERIA
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"Quien no ha visto Sevilla, no ha visto maravilla"
"Wer Sevilla nicht gesehen hat, der hat noch keine Wunder gesehen"

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- weitere Sevilla-Tipps von Heike Fischer -

El Rinconcillo ist die älteste Bar Sevillas, sie wurde 1670 gegründet und ist kein bisschen angestaubt. Die Kellner sind sehr freundlich, man wird prompt bedient und es gibt immer eine leckere "Tapa del día".

Es ist schon ein Erlebnis in 330 Jahre alter Kulisse seine Caña zu schlürfen und seine Tapa zu essen. Als Häppchen bietet sich hier übrigens der Jamón serrano an, der hier schenkelweise von der Decke hängt und von den rauchenden Gästen noch ein bisschen nachgewürzt wird. Die Bar befindet sich in der C./ Gerona und hat so ziemlich immer geöffnet. Solltet Ihr nach den kleinen Gerichten noch Lust auf etwas Süsses bekommen, dann kann ich nur die Eisdiele an der C./ Al Alpodaca, gleich um die Ecke Richtung Centro, empfehlen. Hier gibt es mit Sicherheit das beste Eis Sevillas, und auch die grosszügigsten Portionen.

Nach dem Essen geht die Reise weiter in die La Carbonería - Sommers wie Winters hauptsächlich Treffpunkt der zahlreichen Austauschstudent/innen in Sevilla, aber das soll nicht weiter stören. Hier kann man so manch - mehr oder weniger - exzentrische Musik- und/ oder Flamencodarbietung erleben, oder einfach nur bei einer copa die Nacht im patio geniessen. (La Carbonería: C./ Levies, mitten im Barrio Santa Cruz).

Wer danach noch Lust hat, kann noch auf einen Absacker ins El Mundo einer abgefahrenen Kneipen - Discokombination und einem der Schwulen und Lesbentreffs Sevilla's. Ab und zu werden hier Flamenconächte veranstaltet, die man einmal gesehen haben sollte. Auch ansonsten ein sehr witziger, wenn auch nicht besonders günstiger Ausgehort. (El Mundo: C./ Siete Revueltas, Centro)

Tipps von Bettina La Castaño

Auch Bettina La Castaño geizt nicht mit einigen Tipps über ihre Flamenco-Stadt:

  • Bars mit Flamencoambiente:
    - Bar el Ancla; Calle Pages del Corro 43
    - Café Bar el Tejar; Calle San Jacinto 68
    - Café Lisboa; Calle Alhóndiga 43
    - La Corboneria; Calle Levies 18
    - Pureza; Calle Pureza 97
  • Flamencoartikel:
    - Fächer: Casa Rubio, Calle Sierpes 56
    - Musik: Casa Damas, Calle Sierpes 61
    - Musik, Bücher etc.: Quejio La Tienda Flamenca, Calle Huelva 34
    - Flamenco-Schuhe und -Röcke: Menkes, Calle Cuna 19
    - Zapatillas Coral, Plaza de la Gavidia 9
    - Mayo, Plaza Alfalfa 2
    - Kleider, Tücher, Fächer, Hüte etc.:
    ist alles in der Fussgängerzone von Calle Sierpes und Calle Cuna etc. zu bekommen
    - Übungsröcke und Tanzkleider auf Mass:
    Cristina Galán, Calle Estrella 7, Atico

Bettina La Castaño hat auch eine sehenswerte Homepage:
http://www.castano-flamenco.com


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